Trotz positiver Lage am Arbeitsmarkt und höherer Löhne und Gehälter: die Inflation ist weiterhin bedrohlich hoch. Die Lebenshaltungskosten steigen seit Monaten so stark an wie lange nicht mehr, keine Spur von Preissstabilität. Das bekommen die Bürger insbesondere bei den Energiekosten zu spüren.
Die Verbraucherpreise sind laut statistischem Bundesamt im April so stark gestiegen wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr, im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab das eine Teuerung von 2,4 Prozent, laut Europäische Zentralbank (EZB) spricht man nur bis zu einem Wert von 2,0 Prozent von Preisstabilität. Schuld daran sind hauptsächlich die Energiepreise, gerade die Preise für leichtes Heizöl und Kraftstoffe. Die EZB hat den Leitzins bereits im Vormonat auf 1,25 erhöht und will auch weiterhin auf diesem Weg der Inflation begegnen. Für die Verbraucher heißt das ganz klar höhere Ausgaben, nicht nur für Heizöl und Sprit, auch Speisefette und -öle werden teurer. Das einzige was derzeit günstiger ist als im Vorjahr, sind Frischgemüse und Telefone.
Bundesbankchef Axel Weber befürchtet sogar einen Jahresschnitt der Inflation von 2,5 Prozent, zum Vergleich: in 2009 waren es 0,4 Prozent. Auch Ulrike Rondorf, Volkswirtin bei der Commerzbank, sieht „Die Risiken für die Preisentwicklung in Deutschland“ als „akut“ an und das nicht nur wegen des alljährlichen Oster-Benzinpreis-Anstiegs. Die Verbraucher bemerken dies ebenfalls, die meisten beurteilen ihre Finanzlage schlechter als zuletzt und das trotz gestiegener Löhne und Gehälter. Trotzdem erwartet Klaus Wübbenhorst, Chef der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), keinen Einbruch des Konsums wie auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), der betonte „Der private Konsum wird in diesem Jahr eine entscheidende Stütze bleiben.“



